Untersuchungen bei Kindern

Warum orthoptische Untersuchungen bei Kindern so wichtig sind:

Die häufigsten Augenerkrankungen im Kindesalter sind Amblyopie (Schwachsichtigkeit) und Schielen.

Werden sie nicht frühzeitig erkannt, kann dies zum Verlust des Binokularsehens und zu funktioneller Blindheit kommen. Je früher die Diagnose gestellt und eine Behandlung initiiert wird, desto geringer ist das Risiko bleibender Sehschäden.

 


Wie kann es zur Amblyopie (Schwachsichtigkeit) kommen?

  • Trübung (grauer Star, Katarakt) oder Krümmung (Astigmatismus) der Linse bzw. der Hornhaut, die schon im Kleinkindalter vorliegt können zu Amblyopie führen. Somit kann das Sehen nicht erlernt werden. 
  • Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit (Myopie oder Hyperopie)
  • Schielendes Auge (Strabismus)
  • Verdeckung der Pupille durch ein herabhängendes Lid (Ptosis)

Auch wenn solche Faktoren irgendwann beseitigt werden, z.B. mit der richtigen Brillenkorrektur, kann es zu spät sein das Sehen noch zu erlernen, da sich die neuronal nötigen Strukturen ab einem gewissen Alter nicht mehr bilden können.

 

Voruntersuchungen bei Kindern in einer Sehschule bei einem Orthoptisten sind wichtig, um die Sehschärfe und die Zusammenarbeit beider Augen im Entwicklungsalter zu überwachen und falls nötig zu fördern/therapieren.


Es ist wichtig, dass Kinder von Spezialisten untersucht und begleitet werden

Die Sehschärfe entwickelt sich zwar in einem sehr kurzen Zeitraum – von 2/10 bei der Geburt über 6/10 im Alter von 6 Monaten bis hin zu 10/10 zwischen dem ersten und dem dritten Lebensjahr -, doch weiß man, dass das visuelle System eine gewisse Plastizität aufweist und bis zu einem Alter von 10-12 Jahren auf Veränderungen bei den visuellen Reizen reagiert, wodurch Kinder besonders anfällig für Faktoren sind, die das Sehvermögen beeinträchtigen können.

 

}  Nahezu jedes vierte Kind höhergradig weit- oder kurzsichtig ist/wird.

}  „Übersehene" Augenfehler können zu einer bleibenden Sehschädigung führen

}  In den ersten Lebensjahren entwickelt sich das Sehvermögen im Zusammenspiel von Augen und Gehirn

}  Dafür ist es aber notwendig, dass beide Augen dem Gehirn Bilder liefern, die es gemeinsam zu einem dreidimensionalen Bild verarbeiten kann.

}  Schielen, Kurz oder Weitsichtigkeit, Augenzittern, Grauer Star und andere Erkrankungen können die Entwicklung beider Augen unterbrechen

 



Was passiert bei einem betroffenen Kind, das nicht behandelt wird?

sehschule für kinder

Erkrankungen sind für Außenstehende oft sehr schwer zu erkennen, besonders Kurz-Weitsichtigkeit, Schielen, Tumore... 

Hier ein Beispiel eines Kindes mit einem sehr kleinen Schielwinkel (Mikrotropie).

Es verwendet im normalen Alltag nur sein linkes Auge, da es durch das Schielen sonst doppelt sehen würde. Das rechte Auge wird ausgeblendet und wird ohne rechtzeitige Therapie keine gute Sehstärke entwickeln.

 

Wird das gut entwickelte Auge im Laufe des Lebens verletzt oder erkrankt, kann das den Verlust des Augenlichtes bedeuten.


Warum sagt mein Kind nicht, dass es nicht gut sieht?

Es ist oft ein gut entwickeltes Auge vorhanden, somit ist die Sicht zufriedenstellend, außerdem kennen die Patienten ihre Sehkraft meist nur in dieser Form und denken diese sei so normal.